Jahrhundertausstellung des berühmten Holländers in der Albertina Wien "Gezeichnete Bilder" vom 05.09.2008 bis 08.12.2008

Bild aus der Wikipedia ~ Selbstbildnis

Die große Herbstausstellung der ALBERTINA präsentiert Vicent van Gogh aus einer völlig neuen Perspektive. Die Ausstellung bringt den Maler Van Gogh mit dem Zeichner zusammen und veranschaulicht mit 150 Werken, 51 Ölgemälden und 89 Zeichnungen, wie sehr die expressive Pinselführung in seinen Gemälden durch Van Goghs ausdrucksstarke Zeichenkunst vorbereitet wird.

50 Gemälde und 100 der bedeutendsten Aquarelle und Zeichnungen von über 60 Leihgebern aus aller Welt zeigen das Verhältnis zwischen Van Goghs neuer Koloristik und seiner ausdrucksstarken Linienkunst in ihrer unauflösbaren künstlerischen Einheit.

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Van Gogh-Museum Amsterdam erarbeitet.
Sie ist die größte Präsentation seit der Amsterdamer Jubiläumsausstellung 1990 und zugleich seit über einem halben Jahrhundert die erste Van Gogh-Ausstellung in Österreich. Leihgeber sind u.a.: Van Gogh Museum (Amsterdam), Kröller-Müller Museum (Otterlo), Metropolitan Museum of Art (New York), Musée d’Orsay (Paris), National Gallery of Art (Washington), Guggenheim Museum (New York), Puschkin Museum (Moskau), Armand Hammer Museum (Los Angeles) und private Sammlungen.

Obwohl Van Gogh ursprünglich Zeichner und Illustrator werden will und aus dem Geist des Mitleidens das harte Leben der Bauern und Arbeiter schildert, ist es am Ende der Kolorist Van Gogh, der die Kunst seines Jahrhunderts revolutioniert und sie vom Prinzip der Nachahmung der Wirklichkeit ebenso wie vom idealistischen Diktat der Akademien befreit.

Mit der Übersiedlung von Holland nach Paris 1886 und vollends in seinen beiden letzten Schaffensjahren in Südfrankreich hellt sich Van Goghs Palette auf. An die Stelle des braunen Tons der Salonmalerei tritt die Reinheit der gleißenden Farben. Die neue farbliche Intensität resultiert aus einer gesteigerten Wahrnehmung des Künstlers, der nun unter der sengenden Sonne der Provence direkt vor dem Motiv malt.

Dennoch sollte der ursprüngliche Wunsch Van Goghs, Zeichner zu werden, die Form seines Farbauftrags prägen. Bis zu seinem Selbstmord 1890 in Auvers entsteht neben seiner Malerei ein umfangreiches und intensives zeichnerisches OEuvre; ja, die Zeichnungen und Aquarelle bestimmen zutiefst Van Goghs Malstil, seine Eigenheit, mit dem in Farbe getauchten Pinsel zu zeichnen oder die expressiven Farblinien und Farbpunkte direkt aus der Tube auf die Leinwand aufzutragen. Die großformatigen und bildhaften Federzeichnungen und Aquarelle sind seinen Gemälden künstlerisch in jeder Hinsicht ebenbürtig.

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