Himmlisch-Herrlich-Höfisch Jan-Wellem-Jahr: Meisterwerke des Barock im museum kunst palast

Venus und Adonis (um 1615, Museum Kunstpalast, Düsseldorf)

Die Hauptausstellung des Jubiläums wird vom museum kunst palast ausgerichtet werden. Ausgangspunkt sind die Werke der kurfürstlichen Sammlung, die sich noch im eigenen Bestand erhalten haben. Im Zentrum steht das monumentale Gemälde von Peter Paul Rubens „Die Himmelfahrt Mariae“ (Dauerleihgabe der Kunstakademie), das von Brüssel auf dem Rhein nach Düsseldorf gebracht wurde. Es stellt heute die bedeutendste Hinterlassenschaft der legendären Gemäldegalerie in Düsseldorf dar.
Das dramatische Schicksal dieser Holztafel, seine Varianten, Kopien und Nachfolgewerke, die bildkünstlerische und literarische Rezeption werden erstmals genauer vorgestellt. Eine Auswahl von hochkarätigen Leihgaben aus internationalen Sammlungen, die im engen Bezug zum Werk stehen, soll zum Verständnis von Rubens, seiner gegenreformatorischen Bilderwelt und dem damit verbundenen politischen Kalkül des Kurfürsten beitragen.

Ein weiteres wichtiges Kapitel innerhalb der Ausstellung beleuchtet den Hintergrund für die Sammelleidenschaft und Geschmackskultur Jan Wellems, die ganz entscheidend von seiner zweiten Frau Anna Maria Luisa de’ Medici und dem Florentiner Hof geprägt wurde. Am Beispiel Florenz soll der Kulturtransfer zwischen Florenz und Düsseldorf als eine Form der höfischen Macht- und Kulturpolitik veranschaulicht werden.
Florentiner Schätze aus den Uffizien, der Galleria Palatina und dem Museo degli Argenti des Palazzo Pitti, die mit Jan Wellem und Anna Maria Luisa de’ Medici in Verbindung gebracht werden können, sollen erstmals in Düsseldorf gezeigt werden. Darunter sind Selbstbildnisse der Düsseldorfer Hofmaler und Werke der niederländischen Feinmalerei von Jan Douven, Adriaen van der Werff oder der Stilllebenmalerin Rachel Ruysch, aber auch weitgehend unbekannte Bildnisse und Kostümbilder des fürstlichen Paares sowie kunsthandwerkliche Schmuckstücke.

Ein besonderes Erlebnis für die Besucher wird zusätzlich sein, dass die „Himmelfahrt Mariae“ von Rubens durch eine virtuelle, dreidimensionale CAD-Rekonstruktion in ihren wieder entdeckten, originalen Prunkrahmen und in den ehemaligen Kirchenraum versetzt wird. Das museum kunst palast kooperiert dafür mit Prof. M. Koob, Leiter des Fachbereichs Informations- und Kommunikationstechnologie in der Architektur an der TU Darmstadt, und Marc Grellert, Leiter der „Architectura Virtualis Gmbh, Darmstadt“.
Zugleich wird die große Holztafel von Rubens erstmals auch technologisch genauer untersucht werden in Kooperation mit der Universität Hamburg, Fachbereich Holzwissenschaft, durch Prof. Dr. P. Klein, den führenden Experten auf dem Gebiet der Dendrochronologie.

Das umfangreiche Rahmenprogramm können Sie dem Kalender entnehmen.
Der wissenschaftliche Katalog zur Ausstellung enthält einen Anhang mit historischen und literarischen Quellen zur Rezeption der kurfürstlichen Gemäldegalerie.

Ausstellung

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