Die Romanze der Blume.


Rankend sich an deinen Busen
Zart hinan, den Duft dir hauchend,
Dir, der schönern Schwester Blume,
Durst' ich eine Blume schauen.

Und ich wagte, sie verwegen
Aus dem heil'gen Ort zu rauben,
Daß ein Kleinod sie mir werde,
Teuer, wie das Licht dem Auge.

Wie sich der Karfunkel zündet
In der Nacht geheimem Grauen,
Sollte blühend sie erfunkeln
Trost dem gramumwölkten Haupte.

Aber die das Haupt gesenket
Und der Düfte Gold verhauchet,
Sang der Trauer meiner Seele
Worte nur der eignen Trauer:

Warum, warum mich entreißen
Meiner heimlich reichen Klause,
Daß verarmend ich ersterbe
Im glutlosen, weiten Raume?

Drückest Sänger, an dein Herz mich,
Willst den leisen Klagen lauschen, –
Ach, du kennst nicht meine Trauer,
Nicht das Glück, das mich berauschte!

Den in ihrem holden Busen
Sie getragen, ach, mit Schaudern
Muß, dem Himmel er entnommen,
In die Nachtflut niedertauchen!

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