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Druckfrisch


Christoph Hein: "Trutz" (Suhrkamp) Zwei Familien, zwei Söhne und die Macht der Erinnerung. Christoph Hein lässt einmal mehr durch das Leiden seiner Helden das 20. Jahrhundert lebendig werden. Er ist nicht weniger als der Jahrhundertversteher: Auch in seinem neuen großen Roman fächert Christoph Hein Biografien auf, um uns über Diktatur, Willkür und das Geworfensein in die Welt zu unterrichten. Rainer Trutz ist Schriftsteller, Waldemar Gejm ist Professor für Mathematik und Linguistik an der Lomonossow-Universität, der seit Jahren ein neues Forschungsgebiet entwickelt: das der Mnemotechnik, der Lehre von Ursprung und Funktion der Erinnerung. Beide werden samt ihrer Familien durch das politische System umgebracht. Nur ihre Söhne Maykl und Rem überleben und begegnen sich Jahrzehnte später... In seiner lakonisch-genauen Art erweist sich Christoph Hein als Chronist von Hoffnung und Enttäuschung, als berückender Berichterstatter aus einem vergangenen Jahrhundert, für dessen Erinnerungen gekämpft werden muss. 
Hanya Yanagihara: "Ein wenig Leben" (Hanser Berlin) "Ein wenig Leben" besitzt alle Eigenschaften, die es erlauben, von eindrücklicher, ja wuchtiger Literatur zu sprechen. Es ist eine Herausforderung für jeden Leser. Es ist ein fantastisches Buch. Denn wer dieser guten alten Zauberei des Lesens gern verfällt, in ein Buch gesogen zu werden und es tagelang nicht mehr weglegen zu können, der wird dieses Buch lieben. Im Mittelpunkt steht - ja, wie altmodisch - eine Freundschaft zwischen vier jungen Männern, die sich aus dem College kennen. Jude und JB, Willem und Malcolm machen ihren Weg in der Großstadt, zwischen Kunstszene und Architekturbüro, zwischen Geldnot und Familienbanden. Es wird viel gesprochen, es wird viel Biografie erzählt in diesem Buch, und dass die vier immer schneller um ein dunkles Geheimnis kreisen, trägt die Hauptspannung des Romans. Hanya Yanagihara hat ein Buch geschaffen, das zu den meistdiskutierten literarischen Werken der vergangenen Jahre in den USA gehört. Ein Roman, der zunächst ganz brav daher kommt. Doch Vorsicht: Er saugt dich ein und wirft dich wieder raus und nicht wenige, die ihn gelesen haben, sagen, er habe ihr Leben verändert. 
Denis Scheck empfiehlt: "Geständnisse" von Kanae Minato Denis Scheck empfiehlt zudem den Roman "Geständnisse" der jungen japanischen Autorin Kanae Minato (C. Bertelsmann). Der Psychothriller über einen Mord an einer Vierjährigen gehöre zum Subtilsten, was er seit langem gelesen habe, so Scheck. 
Außerdem in der Sendung: ein musikalischer Liveact mit Christiane Rösinger. Das Buch der Musikerin und Schriftstellerin "Zukunft machen wir später: Meine Deutschstunden mit Geflüchteten" erscheint bei Fischer.

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Herbst beginnt dieses Jahr einen Tag früher

Am Montagabend kurz vor 18 Uhr beginnt der astronomische Herbst - wegen des Schaltjahres 2008 einen Tag früher als es in den Schulbüchern steht. Landläufig ist bekannt, dass der Herbst am 23. September anfängt. Um 17.44 Uhr überquert die Sonne den Himmelsäquator Richtung Süden. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne also genau senkrecht über dem Äquator. Für die Astronomen beginnt dann der Herbst - einen Tag früher als gewohnt, wie SF Meteo mitteilt. Der Schalttag ist für diese Datumsverschiebung verantwortlich. Weil die Erde nicht genau 365 Tage, sondern exakt 365 Tage 5 Stunden und 49 Minuten für den jährlichen Umlauf um die Sonne braucht, beginnt der Herbst jedes Jahr knapp 6 Stunden später. Damit der Herbstanfang nicht bald im Oktober stattfindet, wird alle vier Jahre ein Schalttag eingeschoben, das letzte Mal am 29. Februar 2008. In diesem Jahr hat der Schalttag zu einer Überkorrektur geführt. Deshalb beginnen der Herbst 2008 und 2009 bereits am Abend des 22. Septembers. Die jeweili...

Das Leben Renan Demirkans - Vorstellung ihres neuen Romans am 29. September in der Stadtbibliothek

Ende September erscheint im Verlag Gustav Kiepenheuer der vierte Roman Renan Demirkans: "Septembertee oder das geliehene Leben". Die Autorin stellt ihr neues Buch druckfrisch am Montag, den 29. September, um 20.00 Uhr in der Zentralbibliothek, Düsseldorfer Straße 5-7, vor. Renan Demirkan wurde 1955 in Ankara geboren. Ihre Familie emigrierte 1962 während der türkischen Staatskrise nach Deutschland. Sie wuchs auf in Hannover und lebt seit kurzem in einer WG in der Nähe von Köln. Bekannt wurde Renan Demirkan vor allem als Schauspielerin in Rollen starker Frauen. Dafür wurde sie mit dem Grimme-Preis und dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet. Seit den 1990er Jahren hat Renan Demirkan aber auch Bücher geschrieben und sich politisch engagiert, wofür sie 1998 das Bundesverdienstkreuz erhielt. Ihre Autobiografie, in deren Mittelpunkt der Tod der Mutter im Jahr 2005 steht, ist eine Art vorläufige Bilanz: Sie erzählt von den zwei Leben in einer Haut, als Türkin und Deutsche, Geschichte...